Autismus im Alltag

Wegweiser

Es ist für viele Eltern und selbst für mich oft verwirrend, wer alles für unsere Kinder zuständig ist. Deshalb möchte ich Ämter und Stellen persönlich aufsuchen, die mit unseren Kindern arbeiten. Ziel ist es, einen Wegweiser zu entwickeln. Wer Möglichkeiten sieht bei Terminen mitzugehen, kann sich gerne melden.
 

Tipps für den Alltag

Von Eltern für Eltern

Zusammenfassung vom Treffen am 21. Januar 2011 zum Thema: "Was hilft uns Eltern im Alltag weiter?" Kindergarten

  • Solange wie möglich im Regelkindergarten, evt. mit Integrationskraft
  • Zu Hause regelmäßige Abläufe
  • Einen Raum für Auszeit
  • gutes Verhalten mit Lieblingsbeschäftigungen belohnen
  • rechtzeitig Hilfe holen, z.B. Fachärzte, Klinik
  • Frühfördermöglichkeiten wahrnehmen

Hausaufgaben

  • Reihenfolge festlegen
  • Ein Problem bei Hausaufgaben aus dem Buch ist die Vielzahl der Aufgaben auf einer Seite. Da hilft es, die betreffenden Aufgaben herauszukopieren, evt. zu vergrößern.
  • Wenn die Konzentration nachlässt und die Kinder sich leicht ablenken lassen, hilft eigentlich nur: Mehr Pausen!
  • Der Schreibtisch sollte außer den notwendigen Unterlagen leer sein (Ablenkung).

Bus fahren

  • Bei langen Fahrten MP3-Player mit Hörbüchern und Musik mitnehmen.
  • Falls umgestiegen werden muss, geben Sie ihrem Kind ein Handy mit (für Notfälle).
  • Bus-Paten ⇒? anderen Kindern aus der Schule helfen
  • Vor dem Schulbeginn Busfahren und Umsteigen üben

Schule

  • Schon im Vorfeld die Lehrer informieren. Dabei kann das Schulamt hilfreich sein, oder auch ein Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
  • Wenn Sie eine Schulbegleitung für ihr Kind beantragen wollen, tun Sie das unbedingt rechtzeitig !
  • Eventuell macht es auch Sinn, die Klasse ihres Kindes vorher zu informieren.
  • Nachteilausgleich - wenn nötig - beantragen!

Ausbildung / Beruf

  • Behindertenausweis beantragen
  • Informieren Sie sich beim Integrationsfachdienst, wann und wieweit die Begleitung am Arbeitsplatz möglich ist
  • Das Arbeitsamt bietet eine Reha-Beratung. Nehmen Sie das Angebot an!
  • Es kann ein persönliches Budget zur Ergänzung beantragt werden.
  • Sehr wichtig wenn es in Richtung Beruf geht: Informieren Sie sich früh über die verschiedenen Möglichkeiten, schauen Sie sich die Einrichtungen selbst an.
  • Informieren Sie sich beim Kostenträger. Oft werden aktuelle Gutachten von Fachärzten verlangt !

Freizeit / Ferien

Tip von Frau Blezinger
Frau Blezinger ist Sozialpädagogin und selbst Mutter einer Tochter mit Asperger-Autismus. Wegen der Ferien glaube ich, dass es gut ist Kompromisse zu finden und diese auch offen miteinander zu klären. Ich denke, die autistischen Kinder benötigen schon viel Struktur, neigen dadurch aber auch zu zwanghaftem Verhalten und beeinträchtigen damit das Familienleben enorm. Natürlich muss man diese Probleme auch individuell lösen. Was mir auch an uns selber als Familie aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass wir zu wenig mit den Kindern darüber sprechen.

Wir haben begonnen vor großen Ereignissen wie Weihnachten, Sommerferien, gemeinsamem Urlaub ein großes Plakat zu erstellen. Diese waren zum Beispiel unterteilt in Dinge, die ich unbedingt machen oder haben möchte, Dinge die ich auf keinen Fall will, und Dinge für die ich bereit bin mitzumachen oder etwas zu tun.

Nachdem alle etwas dazu aufgeschrieben hatten, haben wir es ausgewertet. Natürlich gibt es dabei immer Sachen, die einfach nicht gehen. Aber wir haben dann angefangen zu verhandeln. Jeder sollte etwas tun dürfen, das ihm sehr wichtig ist, sofern es sozialverträglich ist. Viele Konflikte entstehen aus unseren oft unreflektierten und noch weniger miteinander besprochenen Erwartungen. Bei kleineren Kindern würde ich natürlich viel mehr festlegen, aber auch hier kann man sagen: Jetzt sind Ferien und ich will es gerne so haben ...

Wir müssen uns klar sein, dass unstrukturierte Zeiten unsere Kinder verängstigen und belasten. Deshalb ist es sinnvoll darüber zu sprechen. Ich frage auch oft die Kinder, was sie für Lösungen sehen und manchmal haben sie wirklich gute Ideen.

Ich hoffe das hilft Ihnen ein bisschen weiter. Wenn nicht, fragen Sie ruhig nochmal nach.
 

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